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CHC Dangerzone News

29.6.97

JUBEL IN HANNOVER
- BERLIN IN ANGST!

- Chaostage auch 1998 und 1999 in Berlin? -

In Hannover hat die Nachricht vom Wechsel des "Austragungsortes" der Chaos-Tage nach Berlin Begeisterung und Freude ausgelöst. Es ist zwar zur Stunde noch nicht klar, ob die von Autonomen angekündigten "Chaos-Nächte" (der CHC berichtete) nun ebenfalls abgesagt werden, aber nichtsdestotrotz scheint das Chaos der vergangenen Jahres dieses Mal an Hannover vorbeizugehen."Das erspart uns eine Menge Arbeit", so ein Sprecher des hannoverschen Innenministeriums erleichtert zum TAGESSPIEGEL.

Während in Hannover die Sektkorken knallen, herrscht in der Bundeshauptstadt blankes Entsetzen: "Wer stoppt die Chaoten aus Hannover?" fragt die B.Z. in ihrer Ausgabe vom 24.6. Die Behörden in Hannover läßt das völlig kalt. Polizeisprecherin Lödding zur BERLINER ZEITUNG: "Das ist nicht unser Bier, wie Berlin mit diesen Drohungen umgeht."

In Berlin haben hektischen Vorbereitungen begonnen, dem Ansturm von Punks und Autonomen mit allen erdenklichen Mittel zu begegnen; in der "Szene" hingegen macht die Nachricht von der Verlegung der Chaostage immer schneller die Runde. Der CHC hat Meldungen per Email erhalten, daß das im CHC vorgestelle Flugblatt bisher in Köln, Frankfurt, Stuttgart, München, Hamburg, Hannover und Braunschweig aufgetaucht ist. Offenbar wird es in großen Mengen weiterkopiert, um so alle radikalen Punks nach Berlin zu mobilisieren.

Aber nicht nur das: Auf neuen Flugblättern wird nun unter der Überschrift "Chaos-Tage in Berlin" - "Greif Dir Deine Beute jetzt." unverhohlen zu Krawall und Plünderung aufgefordert. Zusätzlich kündigen die unbekannten Verfasser an, die Chaostage solange nach Berlin zu verlegen, wie sie in Hannover nicht stattfänden.

Im Klartext heißt das, daß sich die Bundeshauptstadt für drei lange Jahre, für 1997 bis 1999, auf Chaostage einzurichten hat! Als ob die Stadt nicht schon genug unter den ständigen Krawallen um den "Revolutionären 1. Mai" zu leiden hätte, wird sie nun um eine weitere "Attraktion" für Gewalttäter bereichert. Ist das der Preis, den Berlin für den Status als Bundeshauptstadt zu zahlen hat?

Neben der von Punks und Autonomen zeit- und ortsgleich zur Love Parade angekündigten "Hate Parade" am Ernst-Reuter-Platz werben Gabber- und Hardcore-Techno-Fans für ihre eigene Anti-Love-Parade - ebenfalls "Hate Parade" genannt - am Bunker in Berlin-Mitte; was von der hier angekündigten Friedfertigkeit zu halten ist, steht auf einem anderen Blatt. Auf einen im gesamten Bundesgebiet verteilten Flyer wird mit 77 Handgranaten für die "Hateparade" geworben - ist das der Ausdruck der beschworenen Friedfertigkeit?

Dokumentation:

ein Beitrag der CHC-Redaktion

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