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CHC Dangerzone News

6.6.97

HASS-CHAOTEN WOLLEN LOVE-PARADE ZU KRAWALLEN MISSBRAUCHEN!

Nachdem u. a. der SPIEGEL wie auch der CHC schon über die Angekündigung einer "Hate Parade" als Gegenveranstaltung zur traditionellen "Love Parade" berichtet hat, haben sich die Befürchtungen nun konkretisiert. Auf Flugblättern fordert ein anonymer "Dr. Shot" "War on Earth" und die "Abrechnung mit dem System", die sich in neuen "Schlachten" manifestieren soll.Verfaßt ist das ganze in einer Art "Haß-Poesie", die wohl an ähnliche Formulierungen der Love-Parade-Veranstalter erinnnern soll.

Mit dem der CHC-Redaktion vorliegenden Flugblatt wird zur Zeit angeblich massiv im In- und Ausland für die Teilnahme an der "Hate Parade" geworben. So auch in der Berliner Autonomen-Gazette "Interim", einem der wichtigsten Gewalt-Blätter der Szene.

Nach den übereinstimmenden Beurteilungen verschiedener Szenekenner soll mit dieser Flugblattaktion in erster Linie eine breitangelegte Mobilisierung von Gewalttätern erreicht werden. Diese Hoffnung scheint nicht unbegründet, denn die erfolgreiche Verhinderung größerer Krawalle am 1. Mai in Berlin sowie die anscheinend ausfallenden Hannoveraner Chaos-Tage haben in der Gewalt-Szene einen gewissen Aktionsdruck erzeugt.

Als ideales Feindbild bietet sich hier für das diffuse Konglomerat aus Autonomen, Punks und anderen Kriminellen die Love-Parade mit ihrer überdeutlichen Kommerzialisierung an. In der Deckung von Hunderttausenden friedlich tanzender Techno-Fans wollen die Randalier sich nun bei ihrer Hate Parade austoben, immer in der Hoffnung, daß die Polizei Gewalttäter und bunte Partygäste nicht auseinanderzuhalten vermag.

Diese perfide Rechnung kann durchaus aufgehen, und mit Ihr die in diesem Zusammenhang schon verbreitete Parole: "Aufgestanden in Ruinen!". Eine Bundeshauptstadt, in der sich ein blindwütiger Mob entfesselt einem Blutrausch hingibt, wie ihn dieses Land noch nicht gesehen hat.Und daneben eine passive Polizei, die diesem Wüten wie schon so oft tatenlos zuschaut und neben hilflosen Beschwichtigungen sich in Selbstmitleid erschöpft.

Kann es denn sein, daß die durch Krawalle schon so oft bis aufs Blut gequälten Berliner wieder einmal eine gignatische Zerstörungsorgie über sich ergehen lassen müssen? Ist die politische Führung unfähig, diesem Treiben ein Ende zu setzen? Ist dies der Auftakt für die endgültige Kannibalisierung der Gesellschaft?

Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Politik, Polizei und Justiz in der Lage sind, Recht und Gesetz durchzusetzen.



Dokumentation:

ein Beitrag der CHC-Redaktion

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