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CHC Dangerzone News

6.6.97

"CHAOS-NÄCHTE" STATT CHAOS-TAGEN?

In Hannover haben die Vorbereitungen für die zwar abgesagten, aber natürlich nicht prinzipiell auszuschließenden Chaos-Tage begonnen.Unverständlicherweise soll die Chaos-Veranstaltung in diesem Jahr nicht verboten werden, weil Krawalle im vergangenen Jahr ausgeblieben und außerdem bis jetzt keine Gewaltaufrufe für ´97 bekannt seien.

Keine Berücksichtigung findet in dieser Argumentation, daß der friedliche Verlauf der letztjährigen Chaos-Tage ausschließlich dem massiven Aufgebot der Polizei zu verdanken war - mit Sicherheit nicht der Friedfertigkeit von stets gewaltbereiten Autonomen, Hooligans und Punks.

Auch ist es nicht richtig, daß bisher keine Gewaltaufrufe für die Chaos-Tage ´97 existieren. Dem CHC sind bisher eine ganze Reihe anonymer Mails zugegangen, in denen zu "Chaos-Nächten statt Chaos-Tagen" aufgerufen wird. Diese anscheinend aus eher autonomen Kreisen stammenden Texte fordern dazu auf, sich nicht das Recht nehmen zu lassen, "zu feiern wo und wann wir wollen".

Kritik wird aber geübt an den Punks, die den "Bullen ins offene Messer" liefen, weil sie ein für die Polizei leicht zu identifizierendes Ziel seien. Ebenso kritisiert wird das "apolitische Verhalten vieler Punks", das eine "gezielte militante Aktion" während der Chaos-Tage bisher unmöglich gemacht habe. Da den Verfassern aber klar sei, daß die "Masse von Suff- und Dummpunks" aufgrund der großen Polizeipräsenz des letzten Jahres dieses Mal wohl zu Hause bliebe und sich so die Chaos-Tage nehmen lasse, müsse man nun mit "schnellen und schmerzhaften Aktionen" reagieren. Deshalb wolle man am ersten Augustwochenende die "Chaostage zu Chaosnächten" machen, und zwar "heiß und unvergeßlich".

Wir wissen bis jetzt nicht, was von diesen Ankündigungen zu halten ist, werden aber weiterhin versuchen, ein diesbezügliches Flugblatt in die Hände bekommen und es ggf. hier dokumentieren.

Angesichts dieser unverhüllten Drohungen tut Hannovers Polizei gut daran, der Blauäugigkeit der politischen Führung der Stadt nicht blindlings zu folgen. Sie hat eigene Einsatzpläne in Vorbereitung, aber zur Zeit nur 1500 Beamte für den Chaos-Einsatz vorgesehen. Ob diese Anzahl ausreichen wird, bei nächtlichen Anschlägen und Krawallen die Sicherheit der Hannoveraner Bürger und Institutionen zu wahren, bleibt dahingestellt. Die Polizeiführung hat aber versichert, bei erneuten Gewalttätigkeiten sofort ein Verbot der Chaos-Tage auszusprechen und dieses auch entsprechend mit genügend Einsatzkraften durchzusetzen.

Schließlich gilt es, ein Blutbad wie das von 1995 zu verhindern. Und zwar mit allen Mitteln!

ein Beitrag der CHC-Redaktion

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